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  • Kai Blasberg

Hack die Made


Mein heutiger Beitrag zur Aufmerksamkeitsökonomie in eigener Sache betrifft Menschen, die sich anderen dienend in den Weg stellen, um ein klein wenig von der Bedeutung zu erlangen, die sich Einige erarbeiten oder Manche einfach nur haben.

Sie selbige aber nicht bekommen würden, wären sie auf die eigenen Talente zurückgeworfen.



Bitte folgen Sie mir bei einem winzigen gedanklichen Sprung:

In der Fauna finden wir den Buphagus aus der Familie der Buphagidae.

Dieser gesellige kleine Humorist gehört zu den Sperlingsvögeln und siedelt meist in den Savannen Afrikas.


Die deutsche Sprache neigt ob ihrer nicht seltenen Holzhacker-Attitude zu einer rechten Vergrobung, sodass ich die namentliche Übersetzung fast schon verletzend wirken kann.

Als kleiner Tipp: es findet sich an prominenter Stelle hierauf ein Hinweis !


Und keine Angst: es wird noch hart genug.


Der kleine Vogel also lebt in Symbiose mit „großen Haus-und Wildtieren“*.

Wovon diese aber nichts wissen.

Die großen Haus-und Wildtiere wissen nur, dass es Vögelchen gibt, die immer in ihrer Nähe herumtanzen und machen sich darob keine weiteren Gedanken.


Das ist gut für das Sperlingstier, kann es sich doch seiner vornehmlichen Aufgabe widmen, den „Wirtstieren“* ungemach in Form von allerlei Krabbelszeug buchstäblich vom Halse zu halten.


Womit wir beim „PR-Berater“ wären.


In diesen Tagen wieder heftig ins selbst verursachte Gerede gekommen, war diese Zunft doch seinerzeit sehr lange nur mit äußerst spitzen Fingern zu berühren.

Fragen Sie mal Rudolf Scharping oder Cem Özdemir mit Verweis auf den Namen Hunzinger. Zweimal N. Nicht Michelle!


Doch so langsam scheint es, wagen sich die Vögel (Verzeihung, der lag auf dem Elfmeterpunkt) wieder ins Helle.


„Story-Machine“ heißt es hier seit einiger Zeit nicht übermäßig bescheiden und sagt unverblümt, dass man Geschichten erzählen will.

Von Maschinen gemacht offenbar.

Vom Agenda-Setting bis zum Märchen sind es da nur ein paar Zeilen.


So entdeckte man – in Corona-Tagen nicht selten - einen bis dato noch stummen Virologen, dessen Nachteil offensichtlich darin lag, der Nachfolger eines gelockteren und irgendwie knuddeligeren Virologen zu sein und presste ihn in die Heinsberg-Akte.


Was immer Deutschland diese mit Steuergeldern angefettete Story der Maschine uns Zahlern endlich gebracht hat, bleibt in den Schubladen der Staatskanzlei des Ministerpräsidenten des größten Bundeslandes zurück.

Schon damals fragten sich nicht wenige, was wohl ein Virologe mit einem Geschichtenerzähler zu tun hat, da er, der Wissenschaftler, sich doch mit Daten und Fakten beschäftigt und nicht mit Erzählungen.

Zumindest brachte es dem nicht gelockten Bonner Virologen das Attribut „umstritten“ ein, was in der Plaudertaschen-Welt des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ein Ticket für Auftritte vor Millionen garantiert.

Denn merke: nur wenn Du erscheinst, bist Du!

Und bist Du, bist Du Mammon.


Trotz allem enttäuschte die Maschine den Bonner Schlaukopf und er wand sich grummelnd ab. Nicht, um das Näschen voll zu haben; nein, um ein neues Vögelchen um lieblicheren Gesang zu bitten. Dazu später.


Bleiben wir beim Ministerpräsidenten, der jetzt auch eine Volkspartei anführt.

Ein paar Tage vor Heinsberg nämlich trieb er seinen geografischen Haussender um die eigenen Sendemasten ob der staatsbedrohlichen Verfehlung, einen Kinderchor angeblich Omas verunglimpfende Lieder singen gelassen zu haben.

Woraufhin der Intendant des Haussenders, obgleich bis 2025 gewählt und damit ruheständlerisch abgesichert -ein Wert, den man in diesen Kreisen sehr schätzt- metaphorisch in den Staub sinken ließ, seine Kollegen verriet und mea culpa weinend um Verzeihung bat.


Der Nachfolge-Virologe aus Bonn fand nunmehr Trost in den Gesängen eines ehemaligen Privat-TV-Geschichtenerzählervögelchens, das sich seit der Kinderchor-Groteske am Hals des Intendanten zu schaffen macht.

Da der Regional-Intendant auch noch Vorsitzender der großen Versammlung wurde, ein sehr nachgefragter Job voll mit leckerem Krabbelszeug.

Mal sehen, wann der Bonner Wunderknabe besonders oft im vor der großen Versammlung zu sehen sein wird.


Die Gunst der Stunde nutzend rief der neue Buphagus aus dem Süden die Gemeinde in das neue Klubhaus der Ichlinge mit iOS-Anschluss, um zielgerichtet unter seinem Beritt eine kritische Diskussion zu simulieren, die Teilnehmer dieser Branche meinen seit 30 Jahren zu kennen.


Nicht so bei diesem Aufeinandertreffen: freute sich der neue Singvogel ganz sicher wie Bolle auf dem Milchwagen, als der größte lebende herbstblonde Büffel unerwartet die virtuelle Lichtung betrat und tat, was keiner erwartete und zu Recht jeder befürchtet.


Denn wenn dieses Urtier zum Gebrüll ansetzt, spitzt jeder auch jenseits des Waldes das geneigte Ohr.


So stand vor aller Augen zu lesen, dass es veritables Ungemach gab und somit der Sinn der Veranstaltung, sich seiner selbst zu versichern und den ein oder anderen Hals und Nacken krabbeltiertechnisch vorzubereiten, fulminant versemmelt wurde.


Da die große Versammlung vor nicht allzu langer Zeit mit einer Singvogel-Amazone aus Berkeley ebenso baden ging, sollte man langsam mal überlegen, ob die großen Versammlungen aller Art wirklich diese bunte Vogelschar benötigen, um zu sagen, was ist:


Public Relation ist das Gegenteil von Journalismus.

Vielleicht kann man den Krabbeltierbefall ja durch gegenseitige Fellpflege beheben.


Ganz sicher strahlt man aber nicht, wenn man sich Helfern bedienen muss, deren Job nur ist Probleme zu lösen, die man ohne sie nicht hätte.


In der Fauna mag das Symbiose heißen.

In der Wirtschaft heißt es Versagen!




*Wikipedia-Einträge dazu

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