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  • Kai Blasberg

Ändern Sie jetzt! ALLES!


Sind Sie verrückt?


Mein Steuerberater ist ein überaus höflicher Mann.

Natürlich hat er mich das so nicht gefragt.

Und natürlich konnte ich am Telefon seine Mimik nicht lesen.

Denn, ja: wir sind oldschool und telefonieren ohne Bewegtbild.


Trotzdem wusste ich, dass er mich das am liebsten hätte fragen wollen, als ich ihm an eben diesem Telefon erzählte, dass ich gekündigt habe.


Nach 15 Jahren, einer Menge selbstgeschürftem Renommee, was ihn null interessiert, und einer ganz schönen Menge Geld, was ihn sehr wohl interessierte. Und ein wenig bekümmerte. In diesem Beruf ist das Sich-Sorgen in der DNA verankert.


Und nun: der Abgang ins Nichts.

Kehrtwende.

Neues Leben.

Blogger. Podcaster. Rinderpraktikant.

Blasi dreht frei!


Geht ´s noch? Ja es geht.

Gut sogar!


Gar nicht so selten gibt es ja Menschen, die Trends vorwegnehmen oder einfach nur Dinge tun, die andere genauso machen sollten oder aber zumindest mal darüber nachdenken könnten. Letztlich nehmen diese Menschen, ohne es zu wollen, zu planen oder zu wissen, in Teilen die Last für die unterlassene Tat Anderen ab. Getreu dem Motto: „ach ja, man müsste mal“.


Manche tun es aus Überdruss, manche aus Zufriedenheit, manche aus Not und Notwendigkeit, wieder Andere einfach nur, weil Andere es für sie vorgesehen haben.

Letzteres ist wohl die häufigste Variante der Fremdbestimmung.


Wir können und sollen uns Selbstbestimmung aber leisten.


Wir sollten uns mit den Themen dieser Selbstbestimmung auch sehr viel früher als spät beschäftigen und es scheint auch ratsam, langsam und mit Bedacht statt mit hoher Geschwindigkeit durch unser Leben zu rasen ohne jemals etwas von der Existenz von Richtungen gehört zu haben.

Auch wenn der Weg des Vaters bei der Kreissparkasse ein guter war, es wird der Deine nicht sein. Was nutzt es, dass Onkels Handwerk goldenen Boden hatte, wenn man sich die Werkstatt nur 100 Kilometer von der Metropolen entfernt anmieten kann und auch Mutters Hinweis, in diesem Alter bereits drei Kinder gehabt zu haben, bringt wenig, wenn an der trauten Seite nicht mal ein Partner realistisch aufscheint. Das Leben lebt sich nicht gebraucht. Ausgetretene Pfade führen nicht zu unbekannten Zielen.


Nehmen wir also den Überdruss:

kommt sehr selten vor, meistens bei den Reichen und Schönen, bei denen, die alles haben außer Liebe.


Die Geschichte hierzu kennen wir alle spätestens aus einem Derrick der 70er Jahre, Spielort Grünwald oder Tegernsee, wenn Evelyn Opela durchtschechelnd Sky Dumont nachhaucht, was „derrrr Herrrr Inspektorrr“ denn wolle und warum sich Sohnemann Ekkehard Belle jetzt soeben das Leben genommen habe, wo er doch alles hätte haben können.

Außer natürlich Liebe.

Im realen Leben gibt es das auch, ist auch extrem tragisch, hat aber immer mit viel zu viel von dem Einen (Geld, Macht, Ansehen) und viel zu wenig von dem Anderen (Liebe, Respekt, Zugewandtheit) zu tun.


Die Zufriedenheits-Menschen sehen das Ende eines Abschnitts.

Sie haben definierte oder undefinierte Ziele erreicht und sie freuen sich auf das Neue.

Sie gestalten Ihr Leben selbst und auch Rückschläge werden als Chance betrachtet.

Die Mutter, die endlich ihr eigenes Zimmer hat, als der Sohn (auch endlich) zum Studieren wegzieht.

Den Hund, den man nach dem Tode des alten nicht mehr anschafft, weil es doch auch mal ganz schön ist, morgens liegen zu bleiben.

Die erste Kühlschrankfüllung nach der Trennung in der eigenen Wohnung, wo man(n) sich endlich alles kauft, was er zuletzt nie durfte.

Nicht immer sehr romantisch. Aber immer sehr Leben!


Treibt die Not einen zur Richtungs- und Geschwindigkeitsentscheidung, muss das nicht zwingend schlecht sein.

Mit dem Saufen aufzuhören als letztem Schritt vor der Leberzirrhose erscheint ebenso ratsam wie hilfreich, als auch sich den nächsten Besuch in der Spielhalle zu sparen, wenn die Hausbank in der letzten Woche mehrfach ob des kriminell überzogenen Dispos als Anruf in Abwesenheit im Display aufschien.

Der Ehrlichkeit halber darf man feststellen: Ist die Not zu einem gekommen, weil man sie rief, kann man sie auch selbst wieder wegschicken.


Wenn jedoch Jeder außer man selbst die nächsten Schritte im eigenen Leben entscheidet, hat man das entweder so zugelassen, so kommen sehen, so kommen sehen und zugelassen oder so kommen gelassen und zugesehen.

Man kann es drehen und wenden. Es ist Kacke.

Meist quittieren die so Agierenden aber mit einem durchdrungen gelassenen:

„Watt willze machen? Kannze nix machen“.


Und a Ruh is. Wie der Bayer sagt.


Oder auch eben nicht.


Wenn Sie also das hier lesen und noch immer am Ball sind: Überlegen Sie mal, was Sie jetzt in diesem Moment ändern wollen. Werden. Sollen.


Tun Sie es!


Wundern Sie nicht , dass es leicht fällt!

Isso.

Versprochen!


Sie sind verrückt.

Sprechen Sie nicht mit Ihrem Steuerberater



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